Die Trabucchi von Gargano

01 Wer wir sind

Die Trabucchi von Gargano

Der Trabucco ist eine alte Fischereimaschine, typisch für die Küsten des Gargano, Molise und Abruzzen. Er wird als denkmalgeschütztes Erbe vom Nationalpark Gargano geschützt und ist im unteren Adriatischen Meer bis zu einigen Orten an der nördlichen Küste der Provinz Bari verbreitet. Er ist auch an einigen Stellen der unteren Tyrrhenischen Küste anzutreffen.
Der Trabucco ist ein imposantes Bauwerk aus tragendem Holz, bestehend aus einer plattform, die ins Meer hinausragt und mit dicken Kiefernstämmen auf dem Felsen verankert ist. Von dieser Plattform erstrecken sich, einige Meter über dem Wasser, zwei oder mehr lange Arme, sogenannte Antennen, die ein riesiges, engmaschiges Netz tragen, den sogenannten Trabocchetto. Die unterschiedliche Küstenmorphologie in den Abruzzen und am Gargano hat zur Existenz von zwei Trabucco-Typen geführt. Der Gargano-Typ sieht vor, dass die Plattform an einem Felsvorsprung longitudinal zur Küstenlinie verankert wird, von der die Antenne ausgehen. Der Abruzzen-Typ, technisch als Bilancia bezeichnet, ist typisch für flachere Küsten und weist eine quer zur Küste ausgerichtete Plattform auf, die über eine Holzbrücke erreichbar ist. Die Bilancia verfügt in der Regel über nur eine Winde, oft elektrisch betrieben, und über ein kleineres Netz als die Trabucci am Gargano. Ein weiterer Unterschied betrifft die Länge und Anzahl der Antennen, die am Gargano länger und zahlreicher sind als in den Abruzzen und in Molise. In Termoli haben die Bilancia höchstens zwei Antennen, während am Gargano und im Nordbarese, in Barletta, Trani und Molfetta, stets zwei oder mehr Antennen vorhanden sind.

02 Unterhaltung

Die Trabucchi von GarganoTradition auf dem Meer

Laut einigen historikern aus Apulien soll der Trabucco eine von den Phöniziern importierte Erfindung sein. Das älteste dokumentierte Datum stammt aus dem 18. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Fischer der Abruzzen erfinderisch werden mussten, um eine Fangtechnik zu entwickeln, die nicht von den wetter- und meeresbedingten Bedingungen der Region abhängig war. Die Trabucci ermöglichen es nämlich, zu fischen, ohne aufs Meer hinauszufahren: Ausgehend von der felsigen Morphologie bestimmter fangreicher Küstenabschnitte wurden sie an den hervorragendsten Punkten von Kapen und Vorsprüngen errichtet und die Netze weit ins Meer hinaus durch ein System monumentaler Holzträger gespannt.

Die Trabucchi

Trabuccos werden traditionell aus Aleppo-Kiefernholz gebaut, einer in der zentralen Adria weit verbreiteten Kiefernart. Dies liegt daran, dass es aufgrund seiner weiten Verbreitung in der Region ein nahezu unerschöpflicher Baustoff ist. Es ist formbar, salzbeständig und elastisch (der Trabucco muss den starken Böen des Mistrals standhalten, der die südliche Adria heimsucht). Einige Trabuccos wurden in den letzten Jahren, auch dank öffentlicher Fördermittel wie dem Regionalgesetz Nr. 99 der Abruzzen vom 16. September 1997, wiederaufgebaut. Ihre wirtschaftliche Funktion, die sie in vergangenen Jahrhunderten zur Haupteinnahmequelle ganzer Fischerfamilien machte, haben sie jedoch längst verloren und sind stattdessen zu Touristenattraktionen geworden.