Die Küstentürme

01 Wer wir sind

Die Küstentürme

Von der Website www.reciproca.it, Text von Enzo Velati: „Die große Anzahl von Küstentürmen, die heute die historischen Erinnerungen an die Küstenentwicklung der Strände und Klippen Apuliens prägt, ist eine Überraschung für all jene, die die Straßen am Meer entlangfahren, die den Gargano-Rundkurs von Termoli bis Margherita di Savoia bilden. Die Türme stehen an panoramischen Orten: Sie dienten der Kontrolle der Küste und erinnern an Zeiten, in denen das Meer kein Freund war, sondern ein gefährlicher Zugang für Piraten und Korsaren, die Sklaven und Ernten plünderten. Beobachtungsposten am Meer gibt es bereits seit der Prähistorie, aber die meisten sarakensischen Türme stammen aus dem 16. Jahrhundert, als Folge einer politischen Entscheidung, die Apulien als Bollwerk des Königreichs Neapel gegen die Türken betrachtete. Man denke an Vieste, das 1480 geplündert wurde, im Jahr der Massaker von Otranto, dann 1554 (mit 5000 Opfern und der Entstehung des Rufs der „Chianca amara“), und nochmals 1674 und 1678. Ab 1532 und über mehr als 200 Jahre wurde eine Kette von Türmen errichtet, um die Städte rechtzeitig vor Gefahren zu warnen. Jeder Turm musste in Sichtweite von zwei weiteren Türmen stehen, und der Alarm wurde mit Feuern, Signalhörnern und Glocken gegeben. In Capitanata zählte man 1748 25 Türme, viele erbaut zwischen 1568 und 1569, als Alfonso Salazar die Errichtung von 21 Türmen an Giovanni della Monica übertrug. Daraus resultiert die Homogenität der Gargano-Türme: quadratisch, in Pyramidenstumpfform, mit Schießscharten auf jeder Seite. Der Zugang befand sich oben mit Einziehleitern, später ersetzt durch Maurer-Rampen. Intakte Türme sind Torre Mileto und Torre Rivoli; andere wie Sfinale, Calalunga, Portonuovo, S. Felice, Torre Petra und Monte Pucci haben ihre Aufbauten verloren oder wurden modifiziert. Die ältesten Türme, wahrscheinlich aus dem späten 13. Jahrhundert, befinden sich an der Ostmündung des Lago di Varano: zylindrisch, mit ghibellinischen Zinnen (Schwalbenschwanz), sehr selten in der Region.“